Presseecho Dirk Steinhausen tritt aus der CDU aus

Jetzt ist der Bruch endgültig. Dirk Steinhausen, einer der aktivsten und profiliertesten Kommunalpolitiker der CDU in seiner Heimatgemeinde Großbeeren und im Kreistag von Teltow-Fläming schmeißt hin. Der stellvertretende Kreisvorsitzende hat seinen Austritt aus der CDU erklärt. Dies ist der letzte Schritt auf dem Weg einer politischen und persönlichen Entfremdung.

Zerwürfnis in der Großbeerener CDU

Vorangegangen war ein tiefgreifendes Zerwürfnis innerhalb der Großbeerener CDU, das darin gipfelte, dass Steinhausen bereits im März aus der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung ausgeschlossen wurde. Seitdem sitzt er als fraktionsloser Abgeordneter im Gemeindeparlament und ist all seiner Ausschusssitze ledig. Ähnliches wird im wohl jetzt mit der Kreistagsfraktion widerfahren, deren stellvertretender Vorsitzender er bisher ist.

Steinhausen bekleidet viele Funktionen im Kreis

Er sei sich jedenfalls der möglichen Konsequenzen bewusst, sagt Steinhausen gegenüber der MAZ. Immerhin sitzt er im Kreisausschuss und im Haushalts- und Finanzausschuss sowie in verschiedenen Aufsichtsräten kreiseigener Unternehmen.

Kreisvorsitzender Eichelbaum bedauert Steinhausens Schritt

Über die Konsequenzen von Steinhausens Parteiaustritt werde die CDU-Kreistagsfraktion beraten, teilt deren Vorsitzender Danny Eichelbaum mit. Er ist zugleich Kreisvorsitzender der CDU und bedauert offiziell Steinhausens Schritt. Der Großbeerener war erst kürzlich bei der Nominierung für die Landtagskandidatur im Wahlkreis 25 dem weniger bekannten Robert Trebus aus Blankenfelde-Mahlow unterlegen. Dies habe aber nicht den Ausschlag gegeben, so Steinhausen gegenüber MAZ: „Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass da im Hintergrund dieselben Personen gegen mich agiert haben wie in Großbeeren.“

Es hätte in der CDU auch „andere Möglichkeiten für seine persönlichen Karriereambitionen gegeben“, schreibt Eichelbaum in einer Stellungnahme. Was er damit meint, lässt er offen. Auf Facebook wurde aber schon spekuliert, ob Steinhausen nicht im Wahlkreis von Sven Petke kandidieren sollte, nachdem dieser seinen Rückzug aus der Landespolitik angekündigt hatte.

Initiative „Wir für Großbeeren“ gegründet

Steinhausen bekräftigt, dass er weiterhin kommunalpolitisch aktiv bleiben und mit einer eigenen Liste „Wir für Großbeeren“ für die Wahlen zur Gemeindevertretung antreten will. Mitstreiter habe er dafür schon. Und da Steinhausen in Großbeeren bekannt ist wie ein bunter Hund, wird ihm der Einzug in die Gemeindevertretung höchstwahrscheinlich gelingen. Beim Kreistag dürfte das etwas schwieriger werden. Trotzdem will er es versuchen, vielleicht mit einer Liste „Wir für Teltow-Fläming“.

Steinhausens Hauptkritik richtet sich an den Großbeerener CDU-Ortsverband, den er erst groß gemacht hat. Mit viel Elan war es ihm gelungen, mit dem Platzhirschen FDP gleichzuziehen und den Liberalen auch noch einen Gemeindevertreter abzuluchsen. Jetzt herrsche in der örtlichen CDU nur noch Missgunst und Misstrauen. „Es wird keine Sachpolitik mehr betrieben. Alles richtet sich nach Posten und Machterhalt“, sagt Steinhausen.

Indirekte Kritik an Steinhausen

Dass er daran nicht ganz unschuldig sein könnte, lässt der Kreisvorsitzende Eichelbaum in seiner Erklärung durchblicken. Und er schiebt noch etwas hinterher: „In der Politik braucht man einen langen Atem, Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft.“ Die kann auch als Kritik an Steinhausen verstanden werden , dass er genau diese Eigenschaften nicht besitzt. Der wiederum sagt: „Politik muss Spaß machen, so wie jetzt ist eine konstruktive Kommunalpolitik aber nicht möglich.“

Dirk Steinhausen: Persönliche Erklärung

„Seit fast 20 Jahren bin ich CDU-Mitglied und in dieser Zeit habe ich die Gelegenheit, in verschiedenen Funktionen an politischen Weichenstellungen mitzuarbeiten und mitzugestalten. Darüber hinaus bin ich ein aktiver Gemeindevertreter, der seine Heimatgemeinde Großbeeren „nach vorne bringen möchte.“ Ebenso vertrete ich seit vielen Jahren meinen Wahlkreis Ludwigsfelde und Großbeeren im Kreistag mit Leidenschaft, Hingabe und Freude. Ich erfahre viel Anerkennung durch meine ehrenamtliche Arbeit.

Ich habe, wie jeder Mensch, rote Linien in meinem Leben und bin diesen auch treu. Ich will jeden Morgen noch in den Spiegel schauen können.

Wertschätzung und Anstand sind mir wichtig. Ein Begriff, der eher an Bedeutung gewonnen hat, ist Achtsamkeit und man merkt, dass man auf einmal Parteifreunde hat, bei denen der persönliches Ehrgeiz und Arroganz zugenommen hat, die kein Problem damit haben, dafür auch Freundschaften zu opfern. Da ziehen einige ideologisch nach rechts zur AfD und andere wollen nur noch mit Machtanspruch die eigene Position behaupten.

Es gibt immer mehrere Alternativen mit solchen Menschen umzugehen, nichts ist wirklich ,alternativlos’.

Kommunalpolitik ist mein Hobby und ich möchte mich wie bisher für meine Heimat, meine Region engagieren. Die Erlebnisse der letzten Monate und Tage zeigen jedoch, dass der Anteil der Menschen, die Sachpolitik und Eigeninteressen nicht trennen können, größer geworden ist.

Also braucht es einen Neubeginn, eine neue Alternative, um den Versuch Bürgerbeteiligungen weiter zu reduzieren, entgegen zu wirken. Um Politik sachbezogen und wieder für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Ja, man muss manche Entwicklungen hinterfragen und dann Entscheidungen treffen.

In der letzten Zeit habe ich viel Zuspruch erhalten, von Menschen, mit denen ich vorher nicht gerechnet habe. Mit diesen Gleichgesinnten werde wir eine neue Wählerinitiative gründen. Die den Namen trägt: Wir für Großbeeren.

Wir wollen uns an Sachpolitik orientieren und nicht wie jetzt teilweise einige Ortsparteien an Polemik. Alles was unseren Ort nach vorne bringt und positiv verändert, werden wir im bürgerlichen Sinne unterstützen.“

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