Ist der Landkreis ein gefährlicher Arbeitsgeber? Prävention und Arbeitsplatzsicherheit sind Führungsaufgaben

„Ist der Landkreis ein gefährlicher Arbeitsgeber?“ Diese Frage hat im Kreistag Teltow-Fläming der CDU-Abgeordnete Dirk Steinhausen gestellt. Ihm ist im Tätigkeitsbericht der Landrätin aufgefallen, dass im Jahr 2014 insgesamt 27 Arbeitsunfälle stattgefunden haben. Hiervon waren 8 Wegeunfälle. In 17 Fällen kam es zu einer Arbeitsausfallzeit von insgesamt 207 Arbeitstagen. „Die Unfallversicherer ermitteln pro Branche eine sogenannte 1000-Mann-Quote als Unternehmensvergleich. Die in der Kreisverwaltung gemeldeten Unfälle ergeben eine Quote von 31,54 für den Landkreis Teltow-Fläming als Arbeitgeber, damit würde die Kreisverwaltung eine höhere Quote haben als bei den Unfallversicherern der öffentlichen Hand (Wert hier: 16,21)
Die Landrätin, Kornelia Wehlan, hat in ihrer Antwort die gesetzliche Meldepflicht der Kreisverwaltung verwiesen: „Hier sind 27 Meldungen lt. Tätigkeitsbericht eingegangen. Arbeitsunfälle bzw. Wegeunfälle müssen aber nur dann der Unfallversicherung gemeldet werden, wenn ein Beschäftigter durch den Unfall mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist. Im Jahr 2014 lag nur bei 13 Unfallanzeigen/Wegeunfall-anzeigen eine Meldepflicht vor. Daher ist die von Ihnen errechnete Quote (31,54) für den Landkreis Teltow-Fläming schon deshalb so hoch.“
Dem hält Steinhausen entgegen: „Dies müssen viele Verwaltungen auch tun, dass kann kein Grund für die hohe Quote sein. Letztlich geht es um die Gesundheit der Mitarbeiter.“
Viele Maßnahmen hat die Kreisverwaltung in den letzten Jahren durchgeführt, um die Mitarbeiter zu schützen. Ob zu beschaffende persönliche Schutz-Ausstattung und technischen Arbeitsmittel oder Nutzung von Seminarangeboten für Führungskräfte und Mitarbeiter, das Anbringen von Schutzvorrichtungen und Beratungen zu technologischen Veränderungen von Arbeitsabläufen. Selbst ein Defibrillator wurde angeschafft.
Steinhausen weiter: „Die Kreisverwaltung muss weiter dran bleiben, denn gerade Prävention und der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gewinnt bei einer kleiner werdenden Belegschaft mit gesteigerten individuellen Anforderungen zunehmend an Bedeutung. Die Vermeidung von Arbeitsunfällen ist Führungsaufgabe.

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