Presseecho Ausschuss weist Schul-Petition zurück

Bildungsamt wehrt sich gegen Kritik von Dirk Steinhausen (CDU) an der Schulplanung
VON HARTMUT F. RECK
Luckenwalde. Muss im Norden des Landkreises unbedingt eine neue Oberschule mit gymnasialer Oberstufe eingerichtet werden? Viele Eltern meinen: Ja. Die drei Speckgürtel-Kommunen Großbeeren, Ludwigsfelde und Blankenfelde-Mahlow meinen das auch. Ludwigsfelde bietet sogar ein Schulgebäude an.

An diese Bewegung hat sich auch der Großbeerener CDU-Kreistagsabgeordnete Dirk Steinhausen gehängt und eine Petition beim Kreis eingereicht unter dem Titel „Endlich eine Oberschule mit gymnasiale Oberstufe für die Region“. Darin spricht er unter anderem von einem „großen Ansturm auf die Gesamtschule in Dabendorf“, was dazu führe, dass viele Schüler in Nachbarregionen auspendelten. In diesem Zusammenhang wirft er der Kreisverwaltung schlechte Planung.

„Wir haben nicht schlecht aus der Wäsche geguckt“, sagte am Donnerstag Bildungsamtsleiter Karsten Dornquast im Bildungsausschuss des Kreistages verärgert. Die Petition enthalte eine Reihe von Unterstellungen. Die Verwaltung arbeite längst an den Themen, die Steinhausen fordere. „Das ist eine Diskreditierung unserer intensiven Arbeit“, so Dornquast.

So habe man sich bei der Erarbeitung des Schulentwicklungsplans 2017 bis 2022 nicht auf „veraltete Landesprognosen“, wie Steinhausen schreibt, verlassen, sondern sich die aktuellsten zur Verfügung stehenden Daten von den kreisangehörigen Kommunen besorgt. Im Zuge dessen seien zahlreiche Gespräche mit Schulträgern innerhalb und außerhalb des Kreises geführt worden und es seien auch Fachgremien wie Kreisschulbeirat und alle Schulkonferenzen angehört worden.

„Wir haben im Schulentwicklungsplan eindeutig formuliert, dass für den Norden zwischen 2017 und 2022 nachgesteuert werden muss“, sagte Dornquast. Man sei dauerhaft mit den Kommunen im Gespräch. Dabei gehe es nicht nur um den Raum, sondern auch um das Personal.

Die Grundversorgung mit allen Schulformen sei überall gewährleistet, so auch im Raum Ludwigsfelde, wo es neben dem Marie-Curie-Gymnasium auch das berufliche Gymnasium am Oberstufenzentrum gebe. „Da haben wir ausreichend Kapazitäten“, so Dornquast, und man könne dort neben den beiden geplanten Klassen auch noch eine dritte aufmachen.

Laut der schriftlichen Stellungnahme der Verwaltung zu der Petition Steinhausens stimmt es auch nicht, dass es einen „Ansturm auf die Gesamtschule Dabendorf“ gibt. Im Gegenteil seien die Anmeldungen gesunken und im laufenden Schuljahr noch nicht einmal alle Plätze belegt worden. Zwar sei es richtig, dass Schüler nach Berlin und in die Nachbarkreise auspendeln, das liege aber hauptsächlich an der konzeptionellen Ausrichtung der dortigen Schulen.

Carola Hartfelder (CDU) sagte: „Ich verstehe nicht, worauf der Petent hinaus will.“ Sie stehe hinter der Verwaltung. Das galt auch für die anderen Ausschussmitglieder. Sie empfahlen dem Kreistag einstimmig die Ablehnung der Petition.

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