Presseecho Streit um ein 40.000 Euro teures Konzept


Großbeerener Gemeindevertretung beschließt Haushalt 2019 – Kosten für Personalentwicklungskonzept werden mit Sperrvermerk versehen Von Isabelle Richter

Großbeeren. Der Haushalt der Gemeinde Großbeeren für das Jahr 2019 wurde am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Allerdings unter der Bedingung, dass für die Kosten zur Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes eine Haushaltssperre verhängt werde. Denn dazu gab es auch am Donnerstagabend noch immer viele offene Fragen und reichlich Diskussionsbedarf.

Zum Hintergrund: Die Gemeinde Großbeeren hat für das Jahr 2019 40 000 Euro für die Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes durch ein externes Beratungsunternehmen eingestellt. Bürgermeister Tobias Borstel (SPD) begründete das Vorhaben damit, dass die Verwaltung mit Blick auf die Zukunft dringend einen Personalaufwuchs benötigt. Laut einer Statistik des Landkreises Teltow-Fläming aus dem Jahr 2016 zur personellen Ausstattung der zugehörigen Kommunen, landete Großbeeren im Vergleich nämlich auf dem vorletzten Platz. Tobias Borstel erklärte, dass die Mitarbeiter aktuell an mehreren Stellen überlastet seien. Als Beispiel nannte er das Bau- und Planungsamt. „Es ist so, dass wir große Bauprojekte stemmen müssen – mit Personal, das wir nicht haben“, so der Bürgermeister. Durch die Analyse einer externen Firma soll deshalb ein aktueller Ist-Stand abgefragt werden, um daraus Schlüsse ziehen zu können, wie viele Mitarbeiter tatsächlich in den einzelnen Amtsbereichen benötigt werden. „Wir wissen gar nicht, wo wir eigentlich stehen müssten“, so Borstel weiter. Immerhin sei ein ähnliches Konzept zuletzt vor 20 Jahren ausgearbeitet worden. Die Gemeinde Großbeeren hatte damals schon 53 000 D-Mark dafür hingelegt. Aus Sicht von Kämmerer Uwe Fischer entspreche dies aufgrund der Finanzentwicklung der letzten Jahre in etwa dem heutigen Preis von 40 000 Euro. Das gegenwärtige Angebot für die Leistung sei demnach nicht überteuert. Trotzdem: Die Notwendigkeit eines solchen Konzeptes war nicht für alle Gemeindevertreter nachvollziehbar. So erklärte Teja Grzeskowiak von der FDP-Fraktion etwa: „Ich halte diese Ausgabe für überflüssig.“ Aus seiner Sicht wüssten die Verwaltungsmitarbeiter doch selbst am besten, wo Engpässe herrschen. Zum Vorhaben, eine externe Firma damit zu beauftragen, den Personalausstand zu analysieren und zu beurteilen, erklärte er: „Ich habe die Befürchtung, dass wir damit kein Ergebnis erhalten, das uns weiterbringt.“

Suzanne van der Mond stimmte Grzeskowiaks Argumenten nicht zu. Die Geschäftsbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung erklärte: „Ich glaube gerade die letzte Sitzung der Gemeindevertretung zeigte das ganze Gegenteil.“ Laut van der Mond wies hier nämlich die FDP in Form eines Antrages auf Ergänzung des Personalschlüssels im Bereich Bauamt auf einen Personalnotstand hin und nicht die Verwaltung selbst. Die externe Beurteilung sei für sie deshalb sinnvoll.

Da ein Fazit nicht erkennbar war, warf Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren) ein: „Ich würde empfehlen, dass wir diese Haushaltsposition einfach mit einem Sperrvermerk versehen.“ Die übrigen Gemeindevertreter stimmten dem zu.

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